Clemens-Wittelsbach-Preis 2025 - Kirchen und Stadt auf der Suche nach den ehrenamtlich tätigen »stillen Macherinnen«
Pressemeldung der Stadt Zeitz vom 27.03.2025
Bereits während seines Theologie-Studiums in den 1920er Jahren engagierte sich Clemens Wittelsbach, der spätere Dechant der katholischen Gemeinde Zeitz politisch und verteidigte dabei Demokratie und Frieden. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten geriet er bald in das Visier der Gestapo. 1936 wurde er zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Um den mutigen Geistlichen zu schützen, versetzte ihn sein Bischof 1937 nach Zeitz.
Hier trat der neue Pfarrer wiederum für rassisch Verfolgte und Zwangsarbeiter ein. So stellte er sich öffentlich hinter den Begründer der Volkshochschule, der wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt wurde, kümmerte sich als Seelsorger um die Zwangsarbeiterinnen in der Brikettfabrik und erreichte, dass diese in den Räumen der 1939 von den Nationalsozialisten geschlossenen katholischen Schule untergebracht und ihre Haftbedingungen gemildert wurden. Nach Kriegsende wählten die Zeitzer Bürger den unerschrockenen Seelenhirten zum Stadtrat.
Im Jahr 2023 wurde aufgrund seiner Verdienste der „Clemens-Wittelsbach-Preis“ als Ehrenamtspreis, mit welchem „die stillen Macherinnen“ für ihr Engagement ausgezeichnet werden sollen, ins Leben gerufen. Im Rahmen des Sommerfestes des Oberbürgermeisters der Stadt Zeitz wurde der Preis im vergangenen Jahr auch gleich für die Jahre 2023 und 2024 an die Preisträgerinnen verliehen und soll auch in diesem Jahr zum gleichen Anlass vergeben werden.
Füreinander einstehen, gemeinsam Probleme lösen, Zusammenhalt stiften: Das ehrenamtliche Engagement wollen wir damit weiter stärken und mit Anerkennung und Wertschätzung würdigen. Die Auslobung richtet sich dabei an „stille Macherinnen“ im Altkreis Zeitz, also an Frauen oder Frauengruppen, die sich, egal in welchem Lebensbereich, selbstlos und ohne großes Gerede engagieren und damit nicht einfach nur helfen, sondern vielmehr den Menschen in ihrer Umgebung ein Lächeln aufs Gesicht zaubern,
so Oberbürgermeister Christian Thieme, der sich freut, dass die Ehrung auch 2025 im Rahmen des Sommerfestes stattfindet und gleichzeitig darum bittet, dass die Bürgerinnen und Bürger Vorschläge zur Ehrung einreichen, denn er ist sich sicher, dass es zahlreiche „Macherinnen“ in unseren Reihen gibt, die diese Ehrung verdient hätten.
Sie kennen eine Person oder eine Gruppe, die für den „Clemens-Wittelsbach-Preis 2025“, in Frage kommt? Dann senden Sie Ihren Vorschlag mit einer kurzen Begründung an eine der folgenden Mailadressen:
zeitz.st-peter-und-paul@bistum-magdeburg.de
Vorschläge können dabei von allen Bürgerinnen und Bürgern eingereicht werden. Stichtag hierfür ist der 31. Mai 2025. Wer den Preis letztendlich bekommt liegt dann in den Händen der Jury, welche aus Vertretern der Kirchgemeinden sowie einem Vertreter der Stadt Zeitz besteht.
Quelle: Stadt Zeitz